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Schutz und Rettung Zürich
 
Trinationale Katastrophenübung "RHEINTAL 06"
Mitte Oktober 2006 fand im St. Galler Rheintal die Katastrophenübung "Rheintal 06" statt. Einsatzkräfte aus vier Ländern übten in einer grossangelegten, mehrtägigen Übung das mögliche Szenario eines verheerenden Erdbebens im St. Galler Rheintal.

Angehörige der Kompanie 31 wurden bei dieser Übung ebenfalls eingesetzt. Sie haben verdankenswerterweise einen Einsatzbericht verfasst:

Ausgeschlafen und ausgeruht trafen wir uns beim SRZ Ausbildungszentrum an der Orionstrasse in Zürich Nord. Eine Mannschaft von 4 Rettungs-Sanitäter, 2 Logistiker, 10 Feuerwehrsanitäter, 2 Feuerwehrleuten und 4 Koordinatoren. Weitere 4 Stadtpolizisten und einige Besucher, wie auch wir lauschten gespannt den Worten von Herrn Wullschleger und Herrn Karlen. Diese erklärten den ganzen Ablauf bis zur österreichischen Grenze und dem Treffen dort mit den ausländischen Kollegen. Nun ein wenig aufgeregter hiess es nach diesem Briefing „auf die Fahrzeuge“ und ein Konvoi bewegte sich mit einigem Aufsehen in Richtung Raststätte nach Winterthur. Dort trafen wir zwei Rettungsfahrzeuge aus Schaffhausen. Nach einer kurzen Pause ging es weiter nach Lustenau. Es war ein erhebender Anblick, die vielen Rettungsfahrzeuge und Spezialtransporter vor und hinter sich zu sehen. Wir waren aber auch sehr gespannt, was uns in Lustenau erwartet.

So suchten wir nach der österreichischen Grenze die andern Rettungsfahrzeuge gemäss Beschreibung und wir fanden sie nach 20 Minuten an dem angegebenen Standort. Sie waren auch nicht zu übersehen. Die meisten Kollegen standen vor ihren Fahrzeugen und begutachteten die ankommenden Kollegen mit grossen und zum Teil auch mit staunenden Augen – uns erging es aber auch nicht anders.

Unter Begleitschutz der Polizei und mit Blaulicht (aber ohne Horn) fuhren alle Rettungsfahrzeuge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die an dieser Katastrophenübung teilnahmen in einem Konvoi von sicher 1 km Länge zum Einsatzort. Ein imposantes Bild, welches von den vielen Zuschauern an der Strasse staunend beobachtet wurde.

Erster Zwischenhalt war ein grosses Werkareal für die über 100 Fahrzeuge. Und auch dort wurden die unterschiedlichen Fahrzeuge erneut verglichen, vor allem unser San-Hist-Container stand immer wieder im Mittelpunkt. Während die einen auf diesem Werkgelände die verschiedenen Fahrzeuge studierten, holten sich die anderen ihre Einsatzbefehle von der Zentrale. Und dann endlich hiess es „Alarmbereitschaft“ und gemäss erhaltenem Aufgebot fuhren die Fahrzeuge Richtung Bahnhof Lustenau..

Wir von Schutz & Rettung Zürich waren nach dem Einsatzleiter die erste Truppe, die zum Einsatzort ausrücken durfte.

Mittlerweile war es schon dunkel, doch die vielen Lichter, gespeist durch die Notstromaggregate erhellten den Schadensplatz. Klare Anweisungen gingen an die Fahrer, geschäftig und ruhig wurden die Fahrzeuge eingewiesen. Dann hiess es so schnell als möglich die Infrastruktur für die Behandlung der Verletzten zu erstellen. Für Schutz & Rettung war dies kein Problem. Hand in Hand schaffend stellten die Feuerwehrsanitäter das aufblasbare Zelt samt medizinischem Material auf, während der San-Hist-Container sich vor den staunenden Zuschauern von Militär und Sanität aus Deutschland und Österreich innert kürzester Zeit in eine komplett ausgerüstete Triagestelle verwandelte. So konnte Schutz & Rettung in einer sehr kurzen Zeitspanne eine Erstbehandlungs- wie auch eine Behandlungsstelle vorweisen, welche dann schnell mit Verletzten belegt wurden.

Die „Verletzten“ waren so gut moulagiert, dass so mancher während der Übung vergass, dass es eine Übung war. Spielend arbeiteten Notärzte und Rettungssanitäter wie auch Feuerwehrsanitäter aus allen drei Ländern ohne Probleme zusammen, als würden sie dieses schon seit Jahren machen.

Und doch war es wie befreiend, als es hiess „Übungsabbruch“. Die Anspannung fiel allen ab und man sah nur zufriedene Gesichter. Nun hiess es retablieren vor dem Essen. Für Schutz & Rettung kein Problem: genauso schnell wie aufgebaut war alles auch wieder abgebaut und wir konnten gemeinsam zu einem feinen warmen Essen. Sauerkraut, Knödel, Schinken und Kartoffel liessen wir uns alle schmecken – die einen nahmen sogar ein wenig mehr vom Meerrettich – und so gestärkt fuhren wir zwar müde aber doch zufrieden wieder nachhause.
...
Persönlich war es ein unvergessenes Spektakel, was wir sicherlich noch in 30 Jahren unseren Ekelkindern spannend erzählen werden.

Michael Spaltenstein
Silke Schaller

Medienmitteilung vom 17. Oktober 2006
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