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Medienmitteilung vom 17.10.2006
Morgens um fünf Uhr bebte die Erde
Kurz nachdem das Ereignis festgestellt wurde, traten die Alarmzentralen in Aktion. Sie nahmen
sofort Kontakt mit den betroffenen Regionen und verschiedenen Fachstellen auf, um ein
umfassendes Lagebild zu erstellen. Noch vor Morgengrauen lag ein erster Lagerapport vor,
der einen überblick über die Katastrophe und deren Auswirkungen gab.
Menschen kamen zu Schaden
Anhand der aussergewöhnlichen Stärke des Erdbebens ist davon auszugehen, dass es
Tote und Verletzte gegeben hat. Kurz vor Mittag ist in einem Bulletin von fast 100 Todesopfern
und 700 Verletzten die Rede. Zudem ist mit einer grossen Anzahl von Obdachlosen zu rechnen.
Unter der Bevölkerung ist teilweise Panik ausgebrochen. Die Notrufnummern der Kantone
St. Gallen, Graubünden und der beiden Appenzell sind völlig überlastet. Die
Empfehlung des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED), die Häuser im Schadensgebiet
wegen drohender Nachbeben zu verlassen, trägt zusätzlich zur allgemeinen Verunsicherung bei.
Schwere Schäden an der Infrastruktur – Versorgungswege unterbrochen
Gebäude im Rheintal vom Bodensee bis Sargans sowie östlich St. Gallen wurden erheblich,
teilweise sogar völlig zerstört. Auch aus Feldkirch und Umgebung treffen zahlreiche
Schadensmeldungen ein. In den angrenzenden Gebieten sind leichte Schäden festzustellen.
Zwischen Buchs und Altstätten kam es zu einem Stromausfall, der immer noch andauert. In
Widnau wurde Gasgeruch bemerkt und die Region St. Margrethen und Buriet ist von der Gasversorgung
abgetrennt. Aufgrund diverser Netzausfälle im Telekommunikationsbereich sind Festnetz- und
mobile Kommunikation wesentlich beeinträchtigt. Die A13 sowie einige Hauptstrassen sind
nicht befahrbar. Ebenfalls in grösserem Ausmass ist die SBB betroffen: In Lustenau kommt
es zu einem Bahnunfall, auch in Buchs SG ist ein Zug entgleist, zwischen Sargans und St. Margrethen
ist die Linie unterbrochen, Ersatzbusse können keine zur Verfügung gestellt werden.
Anspruchsvolle übungsanlage
Diese Schadenlage macht deutlich, dass ein Erdbeben stets zu massiven Folgeschäden führt.
Das realistische Szenario stellt auf jeden Fall ein anspruchsvolles und lehrreiches
übungsfeld für die zivilen und militärischen Führungskräfte sowie
Einsatzorganisationen dar.
Schutz und Rettung stehen im Vordergrund
Zuallererst galt es, die Führungsorganisationen vor Ort hochzufahren. Innert Kürze
arbeiteten die Kantonalen Führungsstäbe unter Hochdruck. Dabei steht im engeren
Schadensgebiet die Ortung und Rettung von Betroffenen im Vordergrund. Zudem wird der Fokus
auf Einsätze zur Gefahrenabwehr von Sekundärereignissen (z.B. Brände,
Chemieunfälle) gerichtet. Gleichzeitig muss die Zusammenarbeit mit den ebenfalls
betroffenen Gebieten in Vorarlberg und Liechtenstein koordiniert werden. Entsprechend ist
die grenzübergreifende Zusammenarbeit ein zentraler übungsbestandteil.
Wie bei einem solchen Ereignis üblich, finden Führungsorgane und Einsatzkräfte
alles andere als ideale Arbeitsbedingungen vor. Zusätzlich zu den betroffenen Menschen
im Schadensgebiet, die rasche und wirkungsvolle Hilfe erwarten, verlangen Medien aus der
Schweiz und Ausland dauernd nach neuen Informationen und zudem reisen von überall her
Katastrophentouristen an, welche die Rettungs- und Aufräumarbeiten vor Ort
beeinträchtigen. Schliesslich sieht die übungsanlage auch noch kaltes und regnerisches
Wetter vor.
Üben im Massstab 1:1
Im Verlauf des Tages konnten sich interessierte Besucher ein Bild von den Rettungs- und
Aufräumarbeiten machen. Die Beseitigung von Trümmern, der Bau einer improvisierten
Brücke, der Rettungseinsatz nach einem Eisenbahnunglück, die Löschaktion bei
einem Grossbrand im Tanklager Sennwald sowie Evakuationen und Patientenversorgungen machen
deutlich, dass man gewillt ist, den Umgang mit einer solchen Katastrophe möglichst 1:1
zu üben. Auffallend war dabei die sichtliche Motivation der Beteiligten sowie die
modernen und leistungsfähigen Maschinen und Geräte.
Rorschach, 17.10.2006
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