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Brandentstehung und Ablauf in einem geschlossenen Raum
Ein Feuer geht immer von einem Entstehungsfeuer aus. Darunter versteht man ein sehr kleines Feuer, wenn zum Beispiel Möbel, Textilien oder Papier durch eine Zündquelle entzündet wird. Zunächst breitet sich das Feuer nur sehr langsam aus, häufig auch ohne sichtbare Flammen, in diesem Fall spricht man dann von einem Schwelbrand.
In einer nächsten Phase treten vermehrt Pyrolysegase auf, das Feuer wird als Flamme gut sichtbar. Pyrolysegase entstehen, wenn brennbare Materialien einer Hitzeeinwirkung ausgesetzt werden und dadurch Gase freisetzen, die als Rauch sichtbar sind. Dieser Rauch enthält brennbare Anteile, die durch die höhere Temperatur schnell aufsteigen und sich in geschlossenen Räumen unter der Decke sammeln. Der Rauch wird jetzt von einem allfällig vorhandenen Rauchmelder registriert, eine Alarmierung wird ausgelöst. Bisher sind nur 1 bis 2 Minuten seit Brandausbruch vergangen. Die Flammen wachsen jetzt sehr schnell an, durch die Hitze beginnen benachbarte Gegenstände ebenfalls zu pyrolysieren, die Menge Rauch, die in den Raum gelangt steigt, die Rauchschicht unter der Decke wird dicker und erhitzt sich. Nach 3 bis 4 Minuten kann die Temperatur unter der Decke bereits deutlich über 200 Grad betragen. Für Menschen ist jetzt der späteste Zeitpunkt für eine rasche Flucht gekommen, von Löschversuchen ist dringend abzuraten, da der Sauerstoffanteil in der Raumluft rapide sinkt, giftige Verbrennungsgase wie Kohlenmonoxid und Blausäure aber in immer höherer Konzentration vorliegen. Dies ist auch der Hauptgrund, wieso Rauch so schnell tödlich wirkt, die tödliche Dosis ist bereits nach wenigen Lungenzügen erreicht.
Jetzt steigt die Temperatur weiter, über 250 Grad treten erstmals die sogenannten Dancing Angels auf. Dabei handelt es sich um kleine Flämmchen an der Grenzschicht Luft-Rauch. Da hier sowohl Sauerstoff wie auch Brennmaterial in genügender Menge vorhanden sind, verbrennen immer wieder kleinen Mengen Rauchgas. Auch für die Feuerwehr sind Dancing Angels ein Zeichen, den Raum schnellstens zu verlassen, was nun folgen wird, kann man ohne schlechtes Gewissen als Inferno bezeichnen. Mit einem Schlag, die Temperaturen gehen mittlerweile unter der Decke auf die 300 Grad Marke zu, zündet das Luft-Rauchgas-Gemisch, welches sich unter der Decke befindet. Die Temperatur steigt sprunghaft an, und erreicht in vielen Fällen deutlich über 1000 Grad, die Luft "brennt" sprichwörtlich. Durch die hohen Temperatur entzünden sich sofort alle brennbaren Materialien im Raum, der Vollbrand ist eingetreten. Erschreckend ist, dass sich ein Vollbrand unter idealen Bedingungen bereits innerhalb von weniger als vier Minuten bildet!
Wird beispielsweise eine brennende Zigarette auf ein Stoff-Sofa gelegt, ist damit zu rechnen, dass der Brand bereits nach wenig mehr als drei Minuten zum Flash-Over, also zur Rauchgasdurchzündung führt. Eine Kerze, die gegen einen Fernseher kippt, braucht ein wenig länger, nach 7 bis 8 Minuten ist aber auch hier der Vollbrand Wirklichkeit.
In der Regel sind eigene Löschversuche nur bei einem Entstehungsbrand erfolgreich. Anschliessend werden sowohl die Konzentration von Atemgiften in der Luft wie auch die Hitze äusserst gefährlich. Mit Kleinlöschmitteln ist jetzt eine Eindämmung oder gar das Löschen eines Brandes nicht mehr möglich.
 
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